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„Ihr müsst wissen, was unser geschichtliches Erbe ist“

Infos zum Schienenersatzverkehr gibt es hier!

Vortrag MGGeschichte ganz nah: Michael Göring hat seinen Roman „Hotel Dellbrück“ vorgestellt. (Foto: Sabine Centner)

Unbegleitete Minderjährige auf der Flucht. Angst, Heimatlosigkeit, Entwurzelung und Verlust. Themen, die uns die große Flüchtlingsbewegung seit 2015 fast täglich vor Augen führt. Und die es doch auch schon zu früheren Zeiten gab: Tausende von jüdischen Kindern wurden Ende der 1930er-Jahre ins Ausland „verschickt“, um sie vor der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Sicherheit zu bringen. So wie Sigmund Rosenbaum, Siggi genannt, 15 Jahre alt, Jude und Waisenkind.

Rosenbaum ist die zentrale Figur in Michael Görings neuem Roman „Hotel Dellbrück“, erschienen im September 2018. Am Mittwoch hat Göring in der Leutkircher Gemeinschaftsschule aus seinem Buch gelesen – und dabei eine faszinierende Verknüpfung von Literatur und Geschichte, Politik und dem Appell an die persönliche Verantwortung jedes Einzelnen geboten.

90 Schüler lauschen gebannt

Rund 90 Schüler aus den Klassenstufen neun und zehn folgen über mehr als zwei Unterrichtsstunden hinweg konzentriert einem Mann mit außergewöhnlichem Erzähltalent. Michael Göring, Vorstandsvorsitzender der renommierten Zeit-Stiftung in Hamburg und erfolgreicher Buchautor, liest nicht nur akzentuiert und mit wohlklingender Stimme aus „Hotel Dellbrück“, sondern macht Geschichte im lebendigen Dialog mit den Jugendlichen hautnah erfahrbar.

„Könntet Ihr Euch vorstellen, als 15-Jährige in ein fremdes Land zu gehen? Ganz allein, ohne Sprachkenntnisse?“, fragt der 62-Jährige seine jungen Zuhörer. Sigmund, der „Judenlümmel“, wie ihn sein Geschichtslehrer schmähte, muss genau das tun. Seine Pflegeeltern glauben ihn in Deutschland nicht mehr sicher, nachdem in der Reichspogromnacht 1938 jüdische Synagogen und Geschäfte niederbrannten. Sie setzen ihn in einen Zug nach England, dessen Zivilgesellschaft – vor allem Quäker, Methodisten und Katholiken – sich bereit erklärt hatte, 10 000 jüdische Kinder aus Deutschland und Österreich aufzunehmen.

Siggi hat großes Glück, er kommt in eine liebevolle Familie, spricht bald Englisch, findet Freunde, studiert. Und doch: 1949 zieht es ihn zurück nach Deutschland. Er gründet eine Familie, unterrichtet an seiner früheren Schule und muss bald feststellen: Ehemals glühende Nazis sind wieder da, auch als Lehrer, die Juden dagegen sind vergessen. „In den 50er- und 60er-Jahren wollte niemand wissen, was mit den Juden passierte“, sagt Göring. Ihn selbst freilich lässt das Thema seit seiner Jugend nicht los („schon wegen meines Namens“). Er recherchiert die historischen Fakten und besucht alle (realen) Orte, an denen er seine (fiktiven) Personen in „Hotel Dellbrück“ ansiedelt.

Auch der Sohn flüchtet

Und er beschäftigt sich mit der Frage, was erlebte Traumata früherer Generationen mit deren Nachkommen machen. Sigmunds Sohn Frido etwa, geboren 1955, kommt mit seiner Heimat nicht wirklich zurecht, dem Deutschland der Nachkriegszeit. Auch er „flüchtet“. Freiwillig, zunächst nach Indien, in einen Baghwan, und später nach Australien.

Als er im Jahr 2018 zu Besuch nach Deutschland kommt, ins Hotel Dellbrück, jenes Bahnhofshotel, das einst seinen Großeltern gehörte und in dem sein Vater geboren wurde, ist dieses kein Hotel mehr, sondern eine Flüchtlingsunterkunft. Fridos Gespräche mit jungen Syrer Djad, der jetzt dort lebt, fügen den Themen Flucht, Heimat beziehungsweise Heimatlosigkeit und Suche nach der eigenen Identität ganz neue, aktuelle Perspektiven hinzu.

Für Schulleiter Jan-Henning Gesierich-Kowalski bietet das Buch „gelebte Geschichte“, für die Schüler der Gemeinschaftsschule rundet der Vormittag mit Michael Göring – just am 8. Mai, dem Tag, als 1945 der Zweite Weltkrieg zu Ende ging – die Beschäftigung mit den Themen Nationalsozialismus, Judenverfolgung und Holocaust ab. Hubert Moosmayer wiederum, Sprecher des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“, der Göring eingeladen hatte, mahnt die Jugendlichen: „Es ist an Euch, dafür einzustehen, dass nie mehr passiert, was damals geschah.“ Genau das ist auch Michael Görings Botschaft, wenn er den Jugendlichen mit auf den Weg gibt: „Ihr müsst wissen, was unser geschichtliches Erbe ist.“

(Quelle: https://www.schwaebische.de/landkreis/landkreis-ravensburg/leutkirch_artikel,-ihr-müsst-wissen-was-unser-geschichtliches-erbe-ist-_arid,11051340.html)

 

Infos zum Schienenersatzverkehreisenbahn

Am 11. April beginnen die weiterführenden Baumaßnahmen im Jahr 2019 auf der Strecke München–Lindau im Rahmen der Elektrifizierung der Württemberg-Allgäu-Bahn. Es kommt zu Fahrplanänderungen und Zugausfällen mit Schienenersatzverkehr (SEV) in unterschiedlichen Streckenabschnitten.

 

Vom 11. April bis 15. September 2019 finden die Bauarbeiten im Abschnitt Aichstetten–Kißlegg–Hergatz statt. Aufgrund der umfangreichen Baumaßnahmen muss der Streckenabschnitt komplett gesperrt werden. Die Regionalbahnen von/nach Memmingen fallen im angegebenen Zeitraum zwischen Aichstetten und Lindau aus und werden durch Busse ersetzt.

 

! Der SEV Bus um 6.12 Uhr ab Hergatz fährt an Schultagen in Leutkirch das Schulzentrum an.

 

Regional-Express (RE) 57418 (ab München um 18.20 Uhr) ist von der Streckensperrung ebenfalls betroffen und fällt zwischen Memmingen und Lindau aus. Es verkehrt ein Ersatzbusmit zusätzlichem Halt in Tannheim und in Marstetten-Aitrach. RE 57405 (ab Lindau Hbf um 7.07 Uhr) fällt bis Memmingen aus. Es verkehrt Montag–Freitag ein Bus um 5.40 Uhr über Hergatz nach Aichstetten mit Anschluss auf die Regionalbahn. Am Samstag und Sonntag fährt der Bus von Lindau bis Memmingen ohne Halt in Marstetten-Aitrach und Tannheim.

 

Nutzen Sie zwischen Hergatz und Lindau ersatzweise die nicht von den Änderungen betroffenen Regelzüge.

 

Haltestelle der Ersatzbusse:

  • •Aichstetten, Bahnhof  •Leutkirch, Bahnhof   •Kißlegg, Bahnhof   •Wangen, Bahnhof   •Hergatz, Bahnhof   •Lindau, Bahnhof

 

Am 16. September 2019 sind die Arbeiten bis Kißlegg beendet und der Streckenabschnitt Aichstetten–Kißlegg wird wieder für den Zugverkehr freigegeben. Die Streckensperrung

bis Hergatz sowie die Ersatzbusse ab/bis Lindau Hbf bleiben bis zum 6. Oktober bestehen.

 

Im August und September finden an mehreren Wochenenden Restarbeiten an der Oberleitung auch auf dem Abschnitt Memmingen–Aichstetten statt. An diesen Tagen wird der

SEV ab/bis Memmingen verlängert. RB 22886 (ab Memmingen um 23.04 Uhr) ist auch am 24. April betroffen.

 

Die Fahrpläne für die Streckensperrung ab 16. September sowie die Baumaßnahmen zwischen Memmingen und Aichstetten werden gesondert bekanntgegeben.

Die Sonderinformation wird ab 1. April im Internet unter: https://bauinfos.deutschebahn.com sowie auf der RAB Seite http://www.zugbus-rab.de  online gestellt..

Wir bitten Sie, die als Anhang beigefügte Information zur Kenntnis zu nehmen und auf ihrer Interseite zu veröffentlichen sowie ggf. an Ihre Gemeindeblätter weiterzuleiten.

P.S.:      Tagesaktuelle Informationen zu unseren Baustellen im Internet unter:  

bauinfos.deutschebahn.com

Auf dieser Website können Sie auch kostenlos einen E-Mail Newsletter für individuell gewählte Strecken abonnieren.

(Bildquelle: https://wallhere.com/de/wallpaper/1006337)

Best week! – Skischullandheim

Wir waren vom 04.02.- 08.02.19 zusammen mit 12 Schülerinnen und Schülern von der Don Bosco-Schule im Skischullandheim in Schetteregg im Bregenzerwald. Von der Gemeinschaftsschule waren 10 Skifahrer aus den Klassen 8 und 9 dabei, sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene. Dort sind wir jeden Tag insgesamt vier Stunden bei schönstem Wetter und besten Bedingungen Ski gefahren. Am Morgen vor dem Skifahren gab es ein großes Frühstücks-Buffet. Nach zwei Stunden auf der Piste haben wir uns mit einem warmen Mittagessen für den Nachmittag gestärkt, auch für Vegetarier war immer etwas dabei. Am Abend durften wir uns nach dem Skikurs und dem Essen erst einmal ein bisschen ausruhen, bevor es gegen 20 Uhr noch einmal nach draußen ging. Wir sind entweder zum Nachtrodeln gegangen oder haben noch eine Sternen- oder Fackelwanderung gemacht. Anschließen haben wir uns im Gemeinschaftsraum getroffen und zusammen Spiele gespielt oder einen Film angesehen. Danach war dann Bettruhe auf den Zimmern angesagt.

Insgesamt haben wir eine sehr lustige, wunderschöne und erholsame Woche verbracht. Gerne denken wir an die Zeit im Skischullandheim in Schetteregg zurück!

Dinah, Carina, Tatjana

(Klasse 8a)

Ski2019

Tanzender Aufschrei gegen Gewalt an Frauen und Kindern

OneBillion

Im Rahmen der weltweiten Kampagne „One Billion Rising“ haben am Donnerstagvormittag mehrere hundert Kinder und Jugendliche in Leutkirch ein großes Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gesetzt, indem sie bei einem Flashmob auf dem Kornhausplatz tanzten.

„Nehmt euch Platz zum Tanzen. Wir haben heute den ganzen Platz“ – ruft Maria Hönig von der Koordinierungs- und Fachstelle der Stiftung St. Anna den Mädchen und Jungen vor dem gemeinsamen Tanz zu. Was die Schüler, die den gesamten Kornhausplatz in Beschlag nehmen, dann auch tun. Wie wichtig es sei, sich den Platz und die Rechte, die einem zustehen, lautstark einzufordern, betont auch Landrat Harald Sievers in seinem Grußwort. „Bringt euch ein, organisiert euch, seid laut“, ruft er vor allem den Schülerinnen zu.

Frage des „sozialen Respekts“

Es ist nicht akzeptabel, dass auf der Welt jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalt werde, sagt Sievers. Umso wichtiger sei es, dass man sich dagegen engagiere – so wie die Leutkircher Schüler. Die Gewalt zu stoppen, die es auch in Deutschland gebe, sei dabei nur ein erster Schritt. „Beim Umgang von Männern und Frauen geht es um Werte, den Respekt vor anderen Menschen“, so Sievers. Es sei eine Frage des „sozialen Respekts“, sich auch im öffentlichen Raum und im Alltag so zu verhalten, dass daraus für andere keine Atmosphäre der Belästigung entstehe.

 
Laut UN-Statistik wird jede dritte Frau auf der Welt Opfer von Gewalt oder Misshandlung. Das sind eine Milliarde Frauen – eine schockierende Zahl. Bei der Aktion „One Billion Rising“ – zu deutsch „Eine Milliarde erhebt sich“ – gehen Menschen weltweit auf die Straße, um gegen Gewalt an Frauen und Mädchen anzutanzen. Wir waren beim Tanzflashmob in Leutkirch im Allgäu und in Tuttlingen dabei!

Der letzte Schritt sei dann geschafft, wenn Frauen und Männer auf allen Ebenen gleichberechtigt sind. Das funktioniere aber nur, wenn sich die Frauen einmischen und ihre Stimme erheben. Für dieses Zeichen ist Leutkirch auch deswegen ein guter Ort, da die Stadt eine von fünf im Landkreis ist, in denen eine Frau das Bürgermeisteramt inne hat, erklärt der Landrat. Auch sei der Tag mit dem Valentinstag gut gewählt, denn dadurch stehe die positive Botschaft der Liebe genauso im Raum.

Erstmals mit Infoständen

Beim anschließenden Höhepunkt der Aktion, dem gemeinsamen Tanz, merken die Zuschauer, dass viele der Schüler schon geübt haben müssen, so gut klappt alles. Zahlreiche Eltern und Passanten schauen zu und fordern lautstark eine Zugabe, sodass der Tanz ein zweites Mal aufgeführt wird. Mittendrin ist jeweils auch Sievers. „Ich habe letztes Jahr in Ravensburg schon mitgetanz und dafür gut geübt“, erzählt er. Da das allerdings schon ein Jahr her sei, sei er froh gewesen, dass vor ihm eine Lehrerin getanzt habe, bei der er abschauen durfte.

Maria Hönig, die die Aktion mitorganisiert hat, ist zufrieden. „ Es ist gut gelaufen, viele begeisterte Leute waren da und die Stimmung auf dem Platz war sehr positiv“. Sie freut sich auch, dass mehrere Betriebe ihre Mitarbeiter freigestellt hätten, damit diese kommen können. Generell gehe die Initiative zur Aktion, die vom Bundesprogramm „Demokratie Leben!“ unterstützt wird, immer von den Schulen aus, erklärt Hönig. In diesem Jahr gibt es zum ersten Mal Stände, an denen sich Passanten zum Thema Gewalt an Frauen und Mädchen informieren konnten. Vertreten waren die Caritas, der Verein Frauen und Kinder in Not sowie der Verein Mosaik, der sich für inhaftierte Frauen einsetzt.

Das ist One Billion Rising

One Billion Rising – englisch für „Eine Milliarde erhebt sich“ – ist laut eigener Beschreibung eine weltweite Kampagne für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen und für die Gleichstellung. Sie wurde im September 2012 von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler initiiert. Die Milliarde soll auf eine UN-Statistik hindeuten, nach der eine von drei Frauen in ihrem Leben entweder vergewaltigt oder Opfer einer schweren Körperverletzung werden. Es ist eine der größten Kampagnen weltweit zum Kampf gegen Gewalt gegen Frauen, mit Tausenden von Events in bis zu 190 Ländern.

So gehen Allgäuer Schulen gegen Mobbing vor

 Mobbing

Auch an den Schulen in Leutkirch komme es vereinzelt zu Mobbing-Fällen (Symbolbild). (Foto: Thomas Koehler/ Imago)

Geht es um das Thema Mobbing an Schulen, denkt man hierzulande schnell an Brennpunktschulen in Großstädten, wo zuletzt in Berlin der Tod einer Grundschülerin für Betroffenheit sorgte. Dabei gibt es laut den befragten Leutkircher Schulleitern Mobbing – wenn auch in deutlich geringerem Umfang – auch an den Schulen vor Ort. Beim Kampf dagegen setzen diese vor allem auf Prävention.

„Mobbing gibt es an jeder Schule – so wie überall, wo Menschen zusammentreffen“, erklärt Manfred Trieloff, Rektor der Otl-Aicher-Realschule. Wobei es durchaus hilfreich sei, dass die „Allgäuer Sozialisation“ vermutlich eine andere sei als in Großstädten. Um möglichst frühzeitig anzusetzen, verfolge seine Schule ein breites Präventionskonzept. Dazu arbeite man unter anderem auch mit externen Fachkräften, etwa von Polizei und Caritas, zusammen. Außerdem gibt es an der Realschule eine Sozialarbeiterin, die für die Probleme der Schüler da ist. Ganz wichtig ist es auch, bei aufkommenden Konflikten eng mit den beteiligten Eltern zusammenzuarbeiten, sagt Trieloff. „Das klappt ganz gut. Mit den meisten Eltern kann man konstruktiv zusammenarbeiten“, so der Rektor. Er betont, wie wichtig es ist, jeden einzelnen Fall differenziert zu betrachten und mit beiden Parteien zu sprechen. Und sagt: „Nicht alles, was heute als Mobbing bezeichnet wird, ist Mobbing.“

Schule muss Erziehungsaufgaben übernehmen

„Mobbing ist intensiv und geht über eine lange Zeit“, erklärt sein Kollege Bernd Schosser, Rektor der Grund- und Werkrealschule Wuchzenhofen und Geschäftsführender Leutkircher Schulleiter. Die Konflikte, zu denen es im Schulalltag komme, seien davon meist weit entfernt. Wobei es durchaus „einzelne Fälle“ gebe, auch eine Landschule sei keine „heile Welt“. Generell versucht man laut Schosser, aufkommende Konflikte unter den Schülern zu lösen, bevor daraus Mobbing entsteht. Wie das geht, würden aber immer mehr Kinder oft erst hier lernen. Wie Schosser erklärt, muss die Schule immer öfter Erziehungsaufgaben übernehmen. Einen Bereich, in dem es für ihn und seine Kollegen beim Thema Mobbing generell schwer sei, einen umfassenden Einblick zu bekommen, sei der virtuelle.

Auch an der Gemeinschaftsschule Leutkirch hat man das Thema Mobbing laut Schulleiter Jan Henning Gesierich-Kowalski auf dem Schirm, sieht sich prinzipiell aber gut aufgestellt: „Wir haben ein großes Team, das eine wertvolle Präventionsarbeit leistet“, so Gesierich-Kowalski. Zu diesem Team gehören unter anderem zwei Schulsozialarbeiterinnen, eine Anerkennungspraktikantin, die das Praktikum im Rahmen ihrer Ausbildung zur Erzieherin absolviert, sowie mehrere Tagespraktikantinnen der Geschwister-Scholl-Schule. „Eine glückliche Situation“ sei das. Zu den fest installierten Präventionsmaßnahmen gehört zum Beispiel der Klassenrat, der laut Gesierich-Kowalski bereits in der Grundschule eingeführt wird. Einmal pro Woche befasst sich die gesamte Klasse dort mit den verschiedensten Angelegenheiten, zu denen auch Konflikte unter den Schülern gehören. Geleitet wird das Gespräch, unter Aufsicht der Lehrer, von den Schülern selbst. Außerdem gebe es in jeder Klasse Streitschlichter, die in Zusammenarbeit mit anderen Schulen ausgebildet werden. „Streitigkeiten unter den Schülern können oft schon von diesen Streitschlichtern gelöst werden“, erklärt der Schulleiter.

Sozialarbeiterin: „Prävention alleine reicht nicht“

Sollten aufkommende Probleme nicht innerhalb der Klasse gelöst werden können, gibt es an der Gemeinschaftsschule noch das sogenannte Konflikt-Helfer-Team, das aus Eltern, Lehrern und Schülern besteht. Kommt es zu einem größeren Konfliktfall, gibt es eine „Tat-Folge-Konferenz“, erklärt Ilona Fuchs, Sozialarbeiterin an der Schule. Um das Mobbing nachhaltig zu stoppen, werde dabei bewusst die gesamte Klasse mit eingebunden. „Nur die Klasse hat die Macht, Mobbing zu stoppen. Wir Erwachsene nicht“, sagt Fuchs. Entscheidend sei, dass man die mitlachende oder schweigende Mehrheit überzeugt. Die habe die Macht, die zwei, drei Haupttäter zu stoppen. Solche Konzepte, die greifen, wenn Mobbing vorkommt, seien sehr wichtig: „Prävention alleine reicht nicht.“ Auch Fuchs erklärt, dass Konflikte zum Schulalltag genauso dazugehören wie zum ganzen Leben. Wichtig sei, zu lernen, wie diese gelöst werden. Dass ein Schüler über einen „normalen“ Konflikt hinaus gezielt gemobbt wurde, kam laut Gesierich-Kowalski in den letzten Jahren zweimal vor. Mit Blick auf die rund 540 Schüler an der Gesamtschule ist der Schulleiter mit der Situation „mehr als zufrieden.“

Schulsozialarbeit gibt es bereits seit 1999

Die erste 100-Prozent-Stelle für eine Schulsozialarbeit in Leutkirch wurde laut Margot Maier von der Stadtverwaltung bereits 1996 in der heutigen Gemeinschaftsschule eingerichtet. „Wir waren damals eine der ersten Städte, die das hatten“, erzählt Maier. In der Startphase hätten sich deshalb auch andere Städte in Leutkirch angeschaut, wie die Schulsozialarbeit umgesetzt wird. Diese hat vor allem das soziale Umfeld der Schüler im Blick, erklärt Maier. Für den Grundschulbereich gibt es an der Gemeinschaftsschule seit 2009 eine zusätzliche 50-Prozent-Stelle in der Schulsozialarbeit. Weitere Stellen gibt es außerdem an der Grundschule Oberer Graben (66-Prozent, seit 2001), an der Otl-Aicher-Realschule (50-Prozent, seit 2012) und am Hans-Multscher-Gymnasium (50 Prozent, seit 2014). Für die Grund- und Werkrealschule in Wuchzenhofen wurde für das kommende Schuljahr erstmals ebenfalls eine 50-Prozent-Stelle genehmigt. „Die Schulsozialarbeit hat sich sehr gut etabliert und ist inzwischen nicht mehr wegzudenken“, so Maier.

Quelle: www.schwaebische.de

Die Gemeinschaftsschule hat ein Jobcafé

Jobcafé

Auch das Türschild des Jobcafés ist mittlerweile montiert.
Das Bild zeigt: Daniela Heiß (von links, Bürgerstiftung), Rudolf Dentler (Bürgerstiftung), Dalida Khemici (bfz),
Rosemarie Miller Weber (Familie Miller-Weber Stiftung), Siegfried Gebhart (Siegfried Gebhart Stiftung)
und Jan Henning Gesierich-Kowalski (Schulleiter). (Foto: Simon Nill)
 

Ein sogenanntes Jobcafé steht seit einigen Tagen den Acht- bis Zehntklässlern der Leutkircher Gemeinschaftsschule zur Verfügung. Dort können sich die Schüler einmal pro Woche über ihre Erfahrungen bei Bewerbungen austauschen und Rat von einer Expertin einholen.

„Die Idee ist sensationell gut“, sagt Schulleiter Jan Henning Gesierich-Kowalski begeistert. Denn viele Jugendlichen seien unsicher und teilweise orientierungslos, was ihre berufliche Zukunft betrifft. Fachliche Hilfestellung im Jobcafé gibt Dalida Khemici von den Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) als Träger des Projekts. Schüler, die weitergehende Unterstützung brauchen, können sich auch für ein individuelles Bewerbungscoaching in der Gemeinschaftsschule anmelden.

Erste Erfolge

Zum ersten Mal geöffnet waren die Pforten des Jobcafés in der vergangenen Woche. „Wir haben gleich Erfolge gehabt“, sagt Khemici rückblickend. Ihr Computer sei noch nicht angeschlossen gewesen, da standen bereits die ersten Schüler mit Fragen zu ihrer beruflichen Zukunft auf der Matte. Mit einem der Jugendlichen habe sie dann beispielsweise nach einem Praktikumsplatz gesucht. Und das mit Erfolg. Mittlerweile liege dem Schüler eine Zusage vor.

Dass das Interesse am neuen Angebot groß ist, zeigte sich auch beim Besuch der „Schwäbischen Zeitung“. Obwohl das Café eigentlich geschlossen hat, bittet ein Jugendlicher um Hilfe, weil er sich am folgenden Tag im Rahmen einer Bewerbung einem Eignungstest stellen muss. Auch hier gibt Khemici Hilfestellung. Die Beraterin freut sich über ihre neue Aufgabe in Leutkirch: „Es ist eine tolle Herausforderung.“ Viele der Schüler, die ihren beruflichen Weg noch nicht gefunden haben, sind ihrer Einschätzung nach „ungeschliffene Diamanten“, die Khemici zum Glänzen bringen wolle.

Stiftungen arbeiten zusammen

„Wir wollen für alle Schüler da sein. Auch für Schüler, die gute Noten haben“, betont indes Schulleiter Gesierich-Kowalski. Wichtig sei für ihn auch, dass ein Besuch im Jobcafé freiwillig ist. Kein Schüler könne dazu gezwungen werden. Das Projekt ist vorerst für drei Jahre angelegt. In den kommenden Wochen und Monaten soll geprüft werden, ob das Modell des Jobcafés auf weitere Leutkircher Schulen ausgeweitet werden kann.

Finanziert wird das Angebot von drei verschiedenen Stiftungen, die bei diesem Konzept zusammenarbeiten und jährlich 12 000 Euro zur Verfügung stellen. Beteiligt sind die Bürgerstiftung, die Familie Miller-Weber Stiftung sowie die Siegfried Gebhart Stiftung. Allen Beteiligten sei es ein Anliegen, unsicheren Jugendlichen unter die Arme zu greifen. „Wir brauchen diese Leute für die Zukunft“, sagt etwa Siegfried Gebhart. Rosemarie Miller-Weber sieht im Konzept unter anderem einen Beitrag dafür, das „soziale Gefüge im Gleichgewicht halten zu können“.

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