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Berlin, Berlin....wir waren in Berlin

Abschlussfahrt Berlin

 Gruppe

Montag: Früh morgens irgendwo in Leutkirch starteten wir mit unserem Busfahrer Miki in Richtung Berlin. Keiner von uns war zu mehr fähig als an seinem Platz zu sitzen und vor sich hinzuschweigen oder zu schlafen. Im zwei Stunden Takt hielten wir an Rastplätzen, dabei fiel unsere Auswahl ausschließlich auf Rastplätze mit MC Donalds Restaurants. Nach dem dritten Halt hatte jeder das Essen satt und unser Ziel kam immer näher. Dort angekommen begann der Kampf um die Zimmer, die besser aussahen wie es die meisten von uns sich vorgestellt hatten. Erleichtert aßen wir zusammen im Hotel zu Abend um danach unseren Bezirk und das bunte RAW Gelände zu erkunden. Daraufhin machten wir uns alle erschöpft aber auch erfreut nicht mehr sitzen zu müssen auf den Weg ins Bett.

Dienstag: Viel zu früh schleppten einige sich schon aus dem Bett, um ein schönes Frühstück zu genießen. Als jeder so langsam aus seinem Halbschlaf aufwachte, begaben wir uns auf eine Reise an den bekannten Alexanderplatz. Wir waren kaum noch aufzuhalten und stürzten uns sofort auf die Geschäfte. Nach einigen mehr oder weniger sinnvollen Einkäufen und der ständigen Sicht auf den Fernsehturm trafen wir uns wieder und gingen zu Madame Tussauds. Dort angekommen wurde uns nach einer kleinen Einweisung die Sicht auf viele berühmte Personen aus Wachs gewährt. Wir erfuhren, dass eine Wachsfigur bis zu 200 000 Euro kosten kann. Diese erweckten den Eindruck als ob Angela Merkel, Barack Obama oder Donald Trump direkt vor uns stehen würde. Nach dem Treffen mit den Prominenten machten wir uns auf den Weg zum Berliner Dungeon. Dort durften wir noch einmal unser Geld unter die Leute bringen danach trafen wir uns wieder vor dem Dungeon. Dort versammelt gab es ebenso eine kurze Wartezeit und eine weitere Einweisung. Danach bekamen wir in einer schaurigen Kulisse ein Schauspiel zu sehen, dass uns alle überraschte. Eine schaurige Atmosphäre und viele Aktionen brachten uns in eine andere Zeit bis zum Abschluss. Am Ende unseres Horrortrips landeten wir im Horrorfahrstuhl und beendeten diesen im freien Fall. Dabei entstanden sehr witzige Fotos, die wir natürlich haben mussten. Wir gingen wieder in die Stadt und machten uns ein Bild von Berlin am Abend. Mit müden Füßen begaben wir uns zurück zum Hotel und früher oder später schliefen auch die Letzten.

Mittwoch: Mit dem Ziel den Tag ausschließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu überstehen, begaben wir uns mit der S Bahn wieder in Richtung Alexanderplatz. Wir bekamen großzügiger Weise eine viel Zeit, in der wir machen konnten, was wir schon immer in Berlin wollten. Gegen 15Uhr liefen wir zum Brandenburger Tor und machten dort einige Bilder. Danach ging es weiter zum Bundestag direkt in die Sicherheitskontrollen. Mit dem Fahrstuhl in dem riesigen Gebäude fuhren wir hoch zur Kuppel des Bundestages, dort erwartete uns eine unfassbare schöne Sicht über Berlin. Mit einem kleinen Fußmarsch liefen wir zur U- Bahn. Mit ihr fuhren wir zum Hauptbahnhof und weiter mit der S Bahn zurück zum Hotel. Nachdem wir uns gerichtet hatten, ging die Reise weiter in den Club  „Matrixx“. Dort angekommen tanzten die meisten von uns bis 24Uhr ab. Danach schleppten wir uns zurück nach Friedrichshain und fielen todmüde, aber glücklich, ins Bett.

Donnerstag: An diesem Tag war ursprünglich eine Fahrt an die Ostsee geplant. Dafür hätten wir jedoch früh aufstehen und lange im Bus sitzen müssen. Der neue Plan war dann, dass wir ein Schiffhebewerk besuchen sollten. Dies war sehr interessant. Manche wollten trotzdem lieber Currywurst und Pommes am Kiosk essen. Etwa eine Stunde später fuhren wir wieder zurück, auf dem Weg machten wir jedoch noch einen kurzen Halt an einem See. Um 4 haben wir dann die längst überfällige Stadtrundfahrt gemacht. Harald unser Stadtführer hatte ein riesiges Wissen und konnte uns sehr viel über Berlin erzählen. Abends gingen einige Schüler gemeinsam zum Thairestaurant um die Ecke, die anderen machten es sich in ihren Zimmern gemütlich.

Freitag: Sehr früh setzten wir uns - sichtlich erschöpft - wieder in den Bus und machten uns auf den Weg zurück ins schöne Allgäu.

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©by Benny

 

Plattfüße, Party & Pfirsicheistee

das Schullandheim der Klassen 7a und 7b im Kleinwalsertal

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Vom 01. bis 05. Juli waren wir fünf Tage mit unseren beiden Klassenlehrern Hr. Schosser und Fr. Baum, mit Fr. Wimmer und Nikolina Vojnovic im Schullandheim in Hirschegg im Kleinwalsertal.

Am Montag sind wir an unserer Schule in den Reisebus gestiegen und nach einer Busfahrt voller guter Laune um 11.00 Uhr an unserer Hütte angekommen. Dort haben wir unsere Zimmer bezogen. Einige Stunden später machten wir uns auf den Weg, um die Gegen zu Fuß zu erkunden. Am Ende kühlten wir uns im Freibad von Riezlern ab. Der Weg dorthin war sehr abenteuerlich und lang… Zum Abendessen gab es am Montag leckere Spaghetti und als Belohnung Schokoladenkuchen sowie langes Aufbleiben.

Der nächste Tag begann nach einer wirklich kurzen Nacht mit einem gemeinsamen Frühstück, auf das eine laaaaange, ereignisreiche und anstrengende Wanderung auf das Walmendingerhorn folgte, wo wir mit Hr. Schosser und Fr. Baum bis zum Gipfelkreuz gelaufen sind und die tolle Aussicht genossen haben. Der Weg zurück zur Hütte hielt nochmal die eine oder andere Überraschung bereit… Nach einem guten Abendessen mit Vanilleeis und heißen Himbeeren saßen wir noch lange zusammen und ruhten unsere Plattfüße aus.

Am Mittwoch mussten wir uns – mit einem Muskelkater in den Knochen – nach dem Frühstück beeilen, weil wir in zwei Gruppen aufgeteilt wurden, um den Tag im Kletterwald zu verbringen. An verschiedenen Stationen war unser Mut gefragt: beim Klettern und dann Abseilen von einem Felsen, beim Überqueren einer „Schlucht“ auf einer Slackline, beim Flying Fox und ganz am Ende beim Abseilen von einer sehr hohen Autobrücke. Einige von uns trauten sich und „stürzten“ sich tapfer in die Tiefe. Der einen Gruppe reichte dies aber noch nicht, sie ist noch zu Fuß ins Freibad gegangen, die andere Gruppe war so faul und hat einfach den Bus genommen. Abends nach dem Essen gab es ein wunderschönes Lagerfeuer, das wir selbst angezündet haben, und interessante Gespräche sowie vieeel Eistee :-).

Donnerstag war unser vorletzter Tag, an dem wir mit dem Bus zur Walserschanz gefahren sind, um die Breitachklamm zu durchqueren. Wir sind einen supertollen Weg gelaufen, unser eigentliches Ziel war aber eine Sommerrodelbahn in den deutschen Alpen. Wieder haben wir danach zwei Gruppen gemacht: die eine Gruppe war faul und hat den Bus zurück zur Hütte genommen, die zweite Gruppe setzte noch Einen drauf und machte sich auf den Weg auf das Söllereck. Der Abend endete damit, dass wir vor der Hütte mit vieel Pfirsicheistee, Chips und Süßigkeiten ein bisschen „Party“ gemacht und uns wieder ans Lagerfeuer gesetzt haben, wo sich unsere Füße vom vielen Wandern erholen konnten.

Freitag war unser Abreisetag, wir packten unsere Sachen, haben noch ein bisschen gechillt und sind anschließend mit dem Bus wieder heimgefahren.

So, das war unsere ultrageile Woche im Schullandheim!

Textgrundlage: Emilie, Corinna, Jessica, Yannick

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Interkulturelle Begegnungswoche beginnt mit einem Frühstück Leutkircher Schulen

Leutkirch (gs) – Im Rahmen der Interkulturellen Begegnungswoche und zum Auftakt hat es am Montagmorgen auf dem Schulhof der Otl-Aicher-Realschule sowie des Hans-Multscher-Gymnasiums „Leutkirchs Schulen frühstücken“ geheißen. Im Vordergrund stand dabei der gemeinsame Austausch zwischen Schülern mit und ohne Migrationshintergrund. Organisiert wurde die Veranstaltung von Mitgliedern, des Leutkircher Jugendhauses in Zusammenarbeit mit dem Projekt „Generation togehter“, das von der Elobau-Stiftung unterstützt wird. Nach vielen Überlegungen und der Einbeziehung von Ideen und Wünschen der jungen Menschen in Leutkirch, wurde die Interkulturelle Woche gegenüber den vergangenen Jahren, neu strukturiert und gestaltet. Die Interkulturelle Woche wurde kurzer Hand in Interkulturelle Begegnungswoche umbenannt. Dabei legten die Organisatoren großen Wert auf persönliche Begegnungen von Schülern mit und ohne Migrationshintergrund. Eine Idee, die sich bereits bei der Auftaktveranstaltung „Leutkirch´s Schulen frühstücken“ am Montag auf dem Pausenhof der Otl-Aicher-Realschule sowie des Hans-Multscher-Gymnasiums, als voller Erfolg zeigte.

So haben im Vorfeld zahlreiche Schüler der Vorbereitungsklasse der Gemeinschaftsschule (VKL) sowie Schüler der Geschwister-Scholl-Schule, die die Klasse Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf mit Schwerpunkt des Erwerbs von Deutschkenntnissen (VABO) besuchen, einen Fragenkatalog über ihre ganz eigene Person erstellt. Da wurden zum Beispiel Fragen gestellt, wie, „Was denkst Du, welchem Glaube ich angehöre oder aus welchem Land komme ich? Wie schätzt Du mein Alter ein und was sind meine Hobbies“.

Wer zwei Fragen richtig beantwortete, erhielt eine Brezel. Gesponsert wurden diese von den Leutkircher Bäckereien Mayer, Häussler und Steinhauser. Und da hat es eine große Anzahl gebraucht, denn die Neugier an der Geschichte der Schüler mit Migrationsgrund ist einfach zu groß gewesen. „Ich finde es einfach toll, dass wir uns hier auf diese Art und Weise kennenlernen dürfen und dass ich von unserem Land erzählen darf“, sagt ein junge Mädchen das aus Syrien stammt. Auch Lehrerein Ulrike Biemann, die an der Gemeinschaftsschule tätig ist, zeigte sich sichtlich zufrieden mit er Aktion: „Das hier ist einfach toll. Meistens bleiben die jungen Menschen mit Migrationshintergrund unter sich, da die Angst vor dem Umgang mit anderen haben, hier scheint es aber zu funktionieren“. Dietmar Müller, Leiter des Leutkircher Jugendhauses freute sich ebenfalls über das gute Gelingen der Aktion.

Er erklärte: „Es ist einfach wichtig, dass die verschiedenen Kulturen zusammenkomme und sich gegenseitig achten“. Weiter im Programm der Interkulturellen Begegnungswoche geht es mit einer gemeinsamen Wanderung durch den Eistobel, einer Fahrradtour ans Übelaufbecken sowie mit einer jugendlichen Stadtführung, die unter dem Motto „Ich zeig dir mein Leutkirch“ steht. Zusätzlich gibt es noch eine Radtour mit Übernachtung im Freien. Weitere Informationen gibt es unter www.generation-togehter.de oder direkt im Jugendhaus unter Tel.07561/912076 sowie per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Bildunterschrift: Bei der Auftaktveranstaltung er Interkulturellen Woche herrscht beste Stimmung, denn hier heißt es alle Frühstücken zusammen.

 

Schüler der Gemeinschaftsschule präsentieren ihre Kunstarbeit

Leutkirch (gs) – Eine ganz besondere Vernissage gab es am Freitagmorgen in der Aula der Leutkircher Gemeinschaftsschule. Hier präsentierten zwölf Schüler der Klassenstufe vier und fünf, eine säulenförmige Skulptur, die im Rahmen der Initiative „Mach Dich stark“ organisiert wurde und unter dem Motto „Kinder. Kunst. Politik“ entstanden ist. Beim Projekt handelt es sich um eine gemeinsame Aktion mit der Stiftung Kinderchancen Allgäu sowie mit den Kinderstiftungen Ravensburg und Bodensee, die darauf abzielen, Kinder für ihr zukünftiges Leben stark zu machen. Dabei gestalteten die Gemeinschaftsschule Leutkirch, das Sprachheilzentrum Ravensburg sowie die Förderschule Salem für das Kunstwerk, ganz unter dem Motto „Ich, Du, Wir – gemeinsam sind wir stark“, jeweils eine Säule für das ausgefallene Kunstwerk. Die vierte Säule ist in der Staatsgalerie in Stuttgart entstanden, in der das Werk gleichzeitig am Tag der Kinderrechte (20. November) und in einem großen Rahmen erstmals vorgestellt wurde.

Dabei durften die zwölf jungen Künstler der Leutkircher Gemeinschaftsschule anwesend sein. „Hier konnten die Kinder auf Augenhöhe den Erwachsenen, unter denen sich auch zahlreiche Politiker befunden haben, Fragen stellen, Interviews führen und ihre ganz eigenen Ansichten mitteilen“, sagte Ramona Wiest, Projektleiterin der Stiftung Kinderchancen Allgäu. Nun ist die Skulptur, die unter der Anleitung des Kunstpädagogen Marco Ceroli und überwiegend aus Wolle sowie aus alten Stofffetzen entstanden ist, zu Gast in Leutkirch, bevor sie in der nächsten Zeit an die beteiligten Schulen nach Ravensburg beziehungsweise nach Salem weiter wandert. Schulleiter Jan Henning Gesierich-Kowalski freute sich sichtlich über das große Engagement seiner Schüler und stellte zunächst einmal die Fragen „Was bedeutet stark sein eigentlich?“ und „Können Kinder stark sein?“. Prompt bekam er darauf von den anwesenden Kindern ein absolutes Ja, begründet anhand unterschiedlichster Aussagen. Kinder in den verschiedensten Bereichen für die Zukunft stark zu machen, habe an seiner Schule oberste Priorität, dazu würde auch gehören, einfach mal nein zu sagen, betonte der Schulleiter.

Ähnlich sah das auch OB Hans-Jörg Henle. Er erklärte: „Ich, Du, Wir das entspricht ganz dem, was wir in Leutkirch machen. Das Wichtigste dabei ist das Wort Wir, denn nur gemeinsam können wir miteinander Ziele erreichen. Wenn alle zusammen schaffen, können wir das machen, was einer alleine nicht kann. Ihr seid unsere Zukunft“. Während der Veranstaltung zog sich die Aussage „Ich, Du, Wir – gemeinsam sind wir stark“ wie ein roter Faden durchs Geschehen.

Ein kleiner Videofilm verdeutlichte nicht nur die Aktion, sondern auch den Hintergrund der gesamten Angelegenheit sowie die Bedeutung des kleinen Wörtchens stark, bevor es raus auf den Schulhof ging. Hier durften sämtliche Schüler ihre Anliegen und ganz persönliche Ansichten mit Straßenmalkreide nicht nur auf Papier, sondern großflächig in gemalten Sprechblasen auf Asphalt bringen. Das zog. Blitzschnell entstand hier ein buntes Gemälde, versehen mit den verschiedensten Wünschen für die Zukunft.

Bildunterschrift: Schüler der Leutkircher Gemeinschaftsschule machen sich im Rahmen eines Kunstprojekts stark für ihre eigene Zukunft.

Quelle: https://www.wir-in-leutkirch.de

Spannende Duelle beim Billard-Turnier der Schulsozialarbeit

 

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  • 1. Selver Sadiku (VKL2)
  • 2. Fetah Morina (5b)
  • 3. Marvin Lang (7b)

„Ihr müsst wissen, was unser geschichtliches Erbe ist“

 

Vortrag MGGeschichte ganz nah: Michael Göring hat seinen Roman „Hotel Dellbrück“ vorgestellt. (Foto: Sabine Centner)

Unbegleitete Minderjährige auf der Flucht. Angst, Heimatlosigkeit, Entwurzelung und Verlust. Themen, die uns die große Flüchtlingsbewegung seit 2015 fast täglich vor Augen führt. Und die es doch auch schon zu früheren Zeiten gab: Tausende von jüdischen Kindern wurden Ende der 1930er-Jahre ins Ausland „verschickt“, um sie vor der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Sicherheit zu bringen. So wie Sigmund Rosenbaum, Siggi genannt, 15 Jahre alt, Jude und Waisenkind.

Rosenbaum ist die zentrale Figur in Michael Görings neuem Roman „Hotel Dellbrück“, erschienen im September 2018. Am Mittwoch hat Göring in der Leutkircher Gemeinschaftsschule aus seinem Buch gelesen – und dabei eine faszinierende Verknüpfung von Literatur und Geschichte, Politik und dem Appell an die persönliche Verantwortung jedes Einzelnen geboten.

90 Schüler lauschen gebannt

Rund 90 Schüler aus den Klassenstufen neun und zehn folgen über mehr als zwei Unterrichtsstunden hinweg konzentriert einem Mann mit außergewöhnlichem Erzähltalent. Michael Göring, Vorstandsvorsitzender der renommierten Zeit-Stiftung in Hamburg und erfolgreicher Buchautor, liest nicht nur akzentuiert und mit wohlklingender Stimme aus „Hotel Dellbrück“, sondern macht Geschichte im lebendigen Dialog mit den Jugendlichen hautnah erfahrbar.

„Könntet Ihr Euch vorstellen, als 15-Jährige in ein fremdes Land zu gehen? Ganz allein, ohne Sprachkenntnisse?“, fragt der 62-Jährige seine jungen Zuhörer. Sigmund, der „Judenlümmel“, wie ihn sein Geschichtslehrer schmähte, muss genau das tun. Seine Pflegeeltern glauben ihn in Deutschland nicht mehr sicher, nachdem in der Reichspogromnacht 1938 jüdische Synagogen und Geschäfte niederbrannten. Sie setzen ihn in einen Zug nach England, dessen Zivilgesellschaft – vor allem Quäker, Methodisten und Katholiken – sich bereit erklärt hatte, 10 000 jüdische Kinder aus Deutschland und Österreich aufzunehmen.

Siggi hat großes Glück, er kommt in eine liebevolle Familie, spricht bald Englisch, findet Freunde, studiert. Und doch: 1949 zieht es ihn zurück nach Deutschland. Er gründet eine Familie, unterrichtet an seiner früheren Schule und muss bald feststellen: Ehemals glühende Nazis sind wieder da, auch als Lehrer, die Juden dagegen sind vergessen. „In den 50er- und 60er-Jahren wollte niemand wissen, was mit den Juden passierte“, sagt Göring. Ihn selbst freilich lässt das Thema seit seiner Jugend nicht los („schon wegen meines Namens“). Er recherchiert die historischen Fakten und besucht alle (realen) Orte, an denen er seine (fiktiven) Personen in „Hotel Dellbrück“ ansiedelt.

Auch der Sohn flüchtet

Und er beschäftigt sich mit der Frage, was erlebte Traumata früherer Generationen mit deren Nachkommen machen. Sigmunds Sohn Frido etwa, geboren 1955, kommt mit seiner Heimat nicht wirklich zurecht, dem Deutschland der Nachkriegszeit. Auch er „flüchtet“. Freiwillig, zunächst nach Indien, in einen Baghwan, und später nach Australien.

Als er im Jahr 2018 zu Besuch nach Deutschland kommt, ins Hotel Dellbrück, jenes Bahnhofshotel, das einst seinen Großeltern gehörte und in dem sein Vater geboren wurde, ist dieses kein Hotel mehr, sondern eine Flüchtlingsunterkunft. Fridos Gespräche mit jungen Syrer Djad, der jetzt dort lebt, fügen den Themen Flucht, Heimat beziehungsweise Heimatlosigkeit und Suche nach der eigenen Identität ganz neue, aktuelle Perspektiven hinzu.

Für Schulleiter Jan-Henning Gesierich-Kowalski bietet das Buch „gelebte Geschichte“, für die Schüler der Gemeinschaftsschule rundet der Vormittag mit Michael Göring – just am 8. Mai, dem Tag, als 1945 der Zweite Weltkrieg zu Ende ging – die Beschäftigung mit den Themen Nationalsozialismus, Judenverfolgung und Holocaust ab. Hubert Moosmayer wiederum, Sprecher des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“, der Göring eingeladen hatte, mahnt die Jugendlichen: „Es ist an Euch, dafür einzustehen, dass nie mehr passiert, was damals geschah.“ Genau das ist auch Michael Görings Botschaft, wenn er den Jugendlichen mit auf den Weg gibt: „Ihr müsst wissen, was unser geschichtliches Erbe ist.“

(Quelle: https://www.schwaebische.de/landkreis/landkreis-ravensburg/leutkirch_artikel,-ihr-müsst-wissen-was-unser-geschichtliches-erbe-ist-_arid,11051340.html)

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